Aktuelles

.... stimmt, die Zeit vergeht wie im Fluge. Auch die (Manual-) Medizin entwickelt sich weiter, neue Erkenntnisse müssen in vorhandene Konzepte eingeordnet werden, manchmal entstehen so neue Konzepte ...



Die Schwierigkeit ist nicht, neue Ideen zu finden, sondern den alten zu entkommen.

John Maynard Keynes

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Base Senso – der Schreiblernfüller für den Schulanfänger oder „wenn die Hand zu schwer wird“

Tragen von Säuglingen - unsere Gedanken ...
Trampolin- der neue/alte Freizeitspaß – wieviel/wie lange…


 

 

Möglichkeit zur Teilnahme an unserer Studie

 Spreewaldstudie – KiSS bei Säuglingen im Alter von 3 – 6 Monaten

 

PATIENTENINFORMATION

Randomisierte kontrollierte Studie zur manualmedizinischen Behandlung der infantilen Haltungsasymmetrie/KiSS unter Verwendung eines standatisierten Symmetriescores für Kinder im Alter zwischen 14 bis 24 Wochen“

 

Liebe Eltern,

frühkindliche Lage-,Haltungs- und Bewegungsasymmetrien sind nicht selten. Verbleiben diese aber konstant im Entwicklungsverlauf bestehen, können sie Einfluss auf die Entwicklung Ihres Kindes haben. Sie bedürfen dann einer genauen Beobachtung und gegebenenfalls Behandlung. Mit unserer Studie soll wissenschaftlich untersucht werden, ob eine manualmedizinische Behandlung die Entwicklungsauffälligkeiten lindern oder zum Verschwinden bringen kann.

Dafür werden die in die Studie aufgenommenen Kinder mittels Zufall zwei verschiedenen Gruppen zugeordnet. Eine Gruppe wird gleich manualmedizinisch behandelt, die andere Gruppe wird später behandelt (innerhalb der nächten 4-6 Wochen/Kontrollgruppe). Wichtig für die Studie ist, dass Sie nicht darüber informiert werden, in welcher Gruppe sich Ihr Kind befindet. Damit stellen wir sicher, dass Sie uns Ihre Beobachtungen bei der Kontrolluntersuchung unvoreingenommen, objektivierbar mitteilen können.

Die Forschungsstelle für Manuelle Medizin am Institut für Physiotherapie des Universitätsklinikums Jena übernimmt die wissenschaftliche Begleitung. Die Ethikkommission hat der Studie zugestimmt.

Bei weiteren speziellen Fragen zur Studie stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

Wir würden uns über Ihre Beteiligung an der Studie freuen, da Sie dabei helfen, den Gesundheitszustand Ihres Kindes zukünftig besser beurteilen zu können und die Qualität der Behandlung zu verbessern.

 





Solche oder ähnliche Überschriften finden sich vermehrt in Tageszeitungen, in Gesundheitszeitschriften oder Patientenbroschüren. „Kaum geboren und schon geknackst“.  So könnte  es auch heißen. Das scheint ein Trend zu sein, der immer mehr um sich „greift – im wahrsten Sinne des Wortes. Natürlich werden wir in unserer Praxis diesbezüglich zu unserer Meinung befragt.

Richtig ist, dass mittlerweile breite Übereinstimmung darüber besteht, dass es in der Gebärmutter und unter der Geburt zu Problemen mit der Halswirbelsäule von Neugeborenen kommen kann. Jedoch benötigt unserer Meinung nach nur ein verschwindend geringer Teil manualmedizinische oder osteopathische Interventionen (weniger als ein Drittel nach den Erfahrungen unserer Arbeitsgruppe). Bei dem deutlich überwiegenden Anteil der betroffenen Kinder kommt es zu spontanen Lösungen funktioneller Störungen durch Lagerung oder durch zunehmende Kopfkontrolle o.ä., so dass sich Probleme häufig schon von selbst erledigen. Manche Probleme entwickeln sich auch durchaus erst später mit der Zeit.

Die Neuankömmlinge haben auch das Recht erst einmal „anzukommen“. Auffälligkeiten wie verstärkte Schrei-, Still- und Kolikproblematiken, eine einseitige Abflachung des kindlichen Kopfes durch eine einseitige Blickrichtung ggfs. mit einer nachhaltigen Überstreckung des Kindes gehören zwingend ärztlich differentialdiagnostisch abgeklärt. Hier ist in erster Linie der Kinderarzt im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen gefragt, um hier ggfs. ein weiteres Vorgehen zu besprechen und kompetente Tipps und Hinweise zur „Hege und Pflege“ zu geben. Daneben sind hier auch Hebammen und das Pflegepersonal in den ersten Tagen fachlich qualifizierte Begleiter.

Reihenuntersuchungen von Osteopathen auf geburtshilflichen Stationen schießen meines Erachtens über das Ziel hinaus. Darin besteht unter ärztlichen Chirotherapeuten und Osteopathen, die Kinder manualmedizinisch und entwicklungsneurologisch untersuchen und behandeln, große Einigkeit.

Die manualmedizinische Diagnostik und Behandlung sollte wohl überlegt und sparsam eingesetzt werden, sie taugt nicht für Screening-Reihenuntersuchungen.

M.Wuttke


Osteopathie und Chiropraktik - Stein der Weisen oder doch Handwerk?

Die Suche nach einem universellen Heilmittel ist sicher so alt wie die Menschheit selbst. Schon lange bevor die Alchemisten des Mittelalters mit der Herstellung des berühmten Steins beschäftigt waren, galt die Panazee als mythische Universalmedizin. Namensgeberin war wohl Panakeia (?a???e?a "alles heilend"), Tochter des Asklepios und seines Zeichens Gott der Heilkunst. Eine Panazee steht im modernen Sprachtum für das illusorische Festhalten an einer Universaltherapie oder einem Allheilmittel.

Selbst die Osteopathie hat - ähnlich wie die Chiropraktik - ihre Ursprünge in der Suche nach dem Unmöglichen. Gestützt von der Philosophie "alles hängt mit allem zusammen" folgte "alles über eines" zu behandeln. So manche Ansicht, "die Osteopathie oder Chiropraktik (auch Manuelle Medizin genannt) sei sehr viel ganzheitlicher als die Schulmedizin", resultiert aus dieser Panazee - als Patient sollte man hellhörig werden. Integriert man jedoch Erkenntnisse und Techniken der Chiropraktik oder Osteopathie in sein herkömmliches medizinisches Repertoire, so ergeben sich durchaus neue Lösungsansätze für altbekannte Fragestellungen. Die Manuelle Medizin hat sich dieser Aufgabe gewidmet, es kommt also nicht auf eine spezielle Technik an, sondern auf ein Grundverständnis.


Sollte mein Kind nun mit osteopathisch oder mit klassisch manuellen Techniken behandelt werden?

Die Mehrzahl der Techniken ist gleich oder ähnlich, dem Kind ist es im Grunde genommen egal, welche Technik zur Anwendung kommt. Viel wichtiger ist, die richtige Diagnose zu stellen, seltene Gesundheitsstörungen im Hinterkopf zu haben und die richtigen Schlüsse zu ziehen. Dafür benötigt man eine fundierte Ausbildung und noch mehr Erfahrung. Die Stellung der richtigen und differenzierten Diagnose ist eine ärztliche Aufgabe. Man kann froh sein, wenn man nicht behandeln muss! Nicht selten sind auch gerade Tipps entscheidend um Interaktionsstörungen aufzulösen.

Ausdruck manchen Missverständnisses ist dann auch das Argument "bei der Osteopathie braucht man kein Röntgenbild ...". Das Röntgenbild ist Teil der Diagnosestellung - letztlich braucht man für das Anlegen eines Gipsverbandes auch kein Röntgenbild, für die Diagnose einer eventuellen Fraktur (die mit einem Gipsverband behandelt werden soll) aber schon. Die radiologische Diagnostik dient also der Absicherung der Diagnose (u.a. auch zum Ausschluss einer Fehlbildung) und der Therapie.

Ähnliches gilt für Aussagen: "Die Osteopathie ist viel sanfter". Kindgerechte Therapiemethoden kommen auch bei der Manuellen Medizin zur Anwendung, entscheidend ist die Hand, die behandelt.

Egal ob mit Osteopathie oder Manueller Medizin behandelt wird - es gibt allgemeine Grundsätze zu beachten:

- sparsames Behandeln:

es sollten also mindestens vier Wochen zwischen den Behandlungen vergehen, um dem Kind die Möglichkeit zu geben, auf die Behandlung zu reagieren (wir konnten zeigen, dass sich viele Behandlungseffekte erst nach 2-3 Wochen - in Einzelfällen sogar erst nach 5-6 Wochen - einstellen)

- nicht jeder Befund ist behandlungsbedürftig, entscheidend ist, wie es dem Kind geht

- keine osteopathischen oder manuellen Routineuntersuchungen - schon gleich gar nicht auf Neugeborenenstationen (bei vielen jungen Säuglingen hilft sich Mutter Natur selbst, andere Kinder entwickeln ihre Auffälligkeiten erst nach Wochen). Näheres dazu auch im o.a. Artikel „Blockierte Babys lockern

- der Kinderarzt sollte eine erste Anlaufstation sein - er / sie hat viel Erfahrung und kann den besten Weg für das Kind abschätzen

- keine Serienbehandlung - siehe erster Punkt
- dem Kind Zeit zur Entwicklung lassen.

Mit etwas Sorge betrachten wir die Praxis einiger Krankenkassen, die Kosten einer Mehrzahl von osteopathischen Behandlungen zu übernehmen. Natürlich ist es gut, wenn die Krankenkassen sich an den Behandlungskosten beteiligen. Eine manuelle Behandlung kann auch durchaus helfen. Umgekehrt wird aber einerseits die meist ärztlich durchgeführte und sehr effektive Manualmedizin dadurch ausgegrenzt, andererseits einer Serienbehandlung Vorschub geleistet. Aufgabe und Ziel ist jedoch, dem Kind mit ein bis zwei Behandlungen (Abstand!) effektiv zu helfen.

Manualtherapie ist wie auch Krankengymnastik oder Osteopathie kein Allheilmittel, bei richtiger Indikation eingesetzt und fachgerecht durchgeführt ergänzt die Handgriffbehandlung das Behandlungsspektrum.

Robby Sacher

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