11. Osnabrücker Perinatal-Symposium vom 14.04.2018

Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und Christliches Kinderhospital Osnabrück Chefärzte PD Dr. med. Y. Garnier und Prof. Dr. med. N. Albers

Im Rahmen des Perinatal-Symposiums hielt DrMarc Wuttke ein Seminar zum Thema „KiSS und Geburt“. Die Zuhörerschaft setzte sich ausschließlich aus interessierten Hebammen der Klinik und aus der Umgebung zusammen. Er erläuterte Zusammenhänge aus intrauterinen Abläufen und dem Geburtsvorgang mit Belastungen des Bewegungsapparates insbesondere des oberen Wirbelsäulenpols und mögliche Auswirkungen auf die weitere Entwicklung.
Ebenso wurden differential-diagnostische Aspekte und die Abgrenzung zu anderen Erkrankungen und Beschwerden erläutert. Die Manualmedizin in ihrem Selbstverständnis sei in erster Linie eine diagnostische Medizin, an deren Ergebnis sich ein Therapie-Ansatz oder im Einzelfall eine weitergehende Klärung orientiert. Er unterstrich die Wichtigkeit einer ergänzenden radiologischen Diagnostik bei auffälligen Befunden. 
Videos und Beispiele aus dem Praxis-Alltag wurden den Zuhörerinnen „bildhaft“ präsentiert. Dr. Wuttke berichtete über die laufende „Spreewald-Studie“, die die Wirksamkeit einer Einmal-Behandlung von Säuglingen unter Studien-Bedingungen nachweisen soll. Diese Studie kann wahrscheinlich dieses Jahr abgeschlossen und veröffentlicht werden.
Abschließend gab es noch Möglichkeiten, Fragen zu stellen und sich auszutauschen. Ein besonderer Dank gilt Frau Anke Kramer für die Organisation des Seminars.


 

Dr. Marc Wuttke war am 20.09.2018 auf Einladung des örtlichen ADS/ADHS-Kompetenzzentrums Dorsten unter Federführung von Dr. Ralph Meyers zu einem gemeinsamen Vortrag eingeladen. Es fanden sich knapp 60 Interessierte  aus den verschiedensten Berufssparten, Betroffene und Eltern im gut gefüllten Zuhörersaal im „LEO“ ein. Über zwei Stunden gaben Dr. Meyers und Dr. Wuttke eine Übersicht über die Bedeutung von „frühkindlichen Reflexen“ oder wie Wuttke sie basierend auf den Arbeiten von Michaelis und Sacher „angeborene Fremdreflexe“ nannte. Wuttke führte die Zuhörer weit zurück in die Evolution, in der bereits verschiedenste Reflexe halfen, das Überleben zu sichern, und zog eine Schleife bis in die heutige Zeit, in der Reflex- oder Reaktionsmuster immer noch als Grundrepertoire in der Gebärmutter,  unter der Geburt und danach der Lagesicherung dienen.

Unter einem funktionierenden Wahrnehmungssystem würden diese Muster zunehmend in perfektionierte Bewegungsmuster „trainiert“. Mit zahlreichen Beispielen aus der täglichen Sprechstunde, unterstützt von spannendem Videomaterial, nahm er die Zuhörer mit in den Alltag der Patienten in einer Praxis mit entwicklungsneurologischem und manualmedizinischem Schwerpunkt. In allererster Linie läge das Hauptaugenmerk auf der Diagnostik, vor allem des visuellen, auditiven und besonders des propriozeptiven Systems, dem Wahrnehmungssystem des Bewegungsapparates.

Dr. Meyers sprach aus sozialpädiatrischer Sicht und erläuterte, dass „frühkindliche Reflexe“ zunehmend in der Differentialdiagnostik ihren Stellenwert erworben haben. In der Therapie ermögliche kompetentes Reflextraining durchaus alternative Behandlungsansätze jenseits von üblichen pharmakologischen Behandlungen. Dr. Meyers erläuterte anschaulich die Wichtigkeit von Netzwerken in der Diagnostik und Therapie, da eine Fachrichtung allein die Komplexität der Problematik nicht beherrschen könne.   Der gemeinsame Vortragsabend zeigte, wie dies im Kleinen schon sinnvoll funktioniere.

Im Anschluss gab es in der Diskussion die Möglichkeit Fragen zu stellen, wovon reichlich Gebrauch gemacht wurde. Alles in allem war man sich einig, dass es eine sehr gelungene Veranstaltung gewesen sei.

 

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