Praxis unterwegs

Dieses Wochenende (13. und 14. Oktober) wird Dr. Sacher in Hamburg im Grand Elysee Hotel einen Vortrag zum Thema 

Bindung, Erziehung und Entwicklung

"Entwicklung bei Kindern- angeborene Verhaltensweisen- KiSS-Syndrom"

halten.

Dr. Marc Wuttke war am 20.09.2018 auf Einladung des örtlichen ADS/ADHS-Kompetenzzentrums Dorsten unter Federführung von Dr. Ralph Meyers zu einem gemeinsamen Vortrag eingeladen. Es fanden sich knapp 60 Interessierte  aus den verschiedensten Berufssparten, Betroffene und Eltern im gut gefüllten Zuhörersaal im „LEO“ ein. Über zwei Stunden gaben Dr. Meyers und Dr. Wuttke eine Übersicht über die Bedeutung von „frühkindlichen Reflexen“ oder wie Wuttke sie basierend auf den Arbeiten von Michaelis und Sacher „angeborene Fremdreflexe“ nannte. Wuttke führte die Zuhörer weit zurück in die Evolution, in der bereits verschiedenste Reflexe halfen, das Überleben zu sichern, und zog eine Schleife bis in die heutige Zeit, in der Reflex- oder Reaktionsmuster immer noch als Grundrepertoire in der Gebärmutter,  unter der Geburt und danach der Lagesicherung dienen.

Unter einem funktionierenden Wahrnehmungssystem würden diese Muster zunehmend in perfektionierte Bewegungsmuster „trainiert“. Mit zahlreichen Beispielen aus der täglichen Sprechstunde, unterstützt von spannendem Videomaterial, nahm er die Zuhörer mit in den Alltag der Patienten in einer Praxis mit entwicklungsneurologischem und manualmedizinischem Schwerpunkt. In allererster Linie läge das Hauptaugenmerk auf der Diagnostik, vor allem des visuellen, auditiven und besonders des propriozeptiven Systems, dem Wahrnehmungssystem des Bewegungsapparates.

Dr. Meyers sprach aus sozialpädiatrischer Sicht und erläuterte, dass „frühkindliche Reflexe“ zunehmend in der Differentialdiagnostik ihren Stellenwert erworben haben. In der Therapie ermögliche kompetentes Reflextraining durchaus alternative Behandlungsansätze jenseits von üblichen pharmakologischen Behandlungen. Dr. Meyers erläuterte anschaulich die Wichtigkeit von Netzwerken in der Diagnostik und Therapie, da eine Fachrichtung allein die Komplexität der Problematik nicht beherrschen könne.   Der gemeinsame Vortragsabend zeigte, wie dies im Kleinen schon sinnvoll funktioniere.

Im Anschluss gab es in der Diskussion die Möglichkeit Fragen zu stellen, wovon reichlich Gebrauch gemacht wurde. Alles in allem war man sich einig, dass es eine sehr gelungene Veranstaltung gewesen sei.

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